Selbstinterview mit dem Drehbuch-Autor

Eines Tages dachten die Verantwortlichen des Films "Per Anhalter durch die Galaxis" ...,

es wäre eine gute Idee, ein Interview mit mir zu veröffentlichen, da ich ja derjenige bin, der diese Neuauflage des Films angefangen hat. Also habe ich mich entschieden, mich selbst zu befragen, weil a) ich mit mir selbst härter umgehe und weiß, welche Art von Fragen ein Reporter mich fragen würde und b) mich niemand zu einem Interview aufgefordert hat.

Und warum sollten sie? Wer bin ich? "Nicht Douglas Adams", das beschäftigt die meisten Leute.

Also lasst uns mit diesem Gedanken im Hinterkopf fortfahren. Hier kommen einige Fragen, von denen ich glaube, dass sie die meisten Fans des Buchs (und der Radioserie und der Fernsehserie und des Infocom-Spiels...) interessieren.

Wer zum Teufel bist Du und was gibt Dir das Recht, an diesem wertvollen Stück Literatur herumzupfuschen, Du amerikanischer Hollywood-Banause?

Ah, das ist eine gute Frage. Ja, ich kann verstehen, dass sich manche Leute diese Frage stellen könnten. Also, mal sehen.

Mein Name ist Karey Kirkpatrick. Man kann nach mir über Google oder IMDB suchen, um mehr über mich zu erfahren (ich bin übrigens ein Mann, nicht die Nachrichtensprecherin aus Buffalo, New York).

Die kurze Antwort ist: Niemand hat das Recht, an diesem Stück Literatur herumzupfuschen. Ich habe nicht danach gesucht, es hat mich gefunden. Die Geschichte geht in etwa folgendermaßen.

Jay Roach hätte einmal bei dem Film Regie führen sollen. Er hatte zuvor viele Jahre mit Douglas and verschiedenen Entwürfen für das Drehbuch gearbeitet.

Nach Douglas' plötzlichem und tragischem Tod fror das Projekt einige Monate ein. Aber Jay und Robbie Stamp (ausführender Produzent des Films und langjähriger Freund von Douglas) fühlten sich verpflichtet, das Projekt nicht sterben zu lassen, um Douglas in Erinnerung zu behalten. Und eines Tages, als Jay sich "Hennen Rennen" (mit seinen Söhnen? Keine Ahnung, in meiner Vorstellung sieht er sich den Film jede Woche an) ansah, dachte er sich: "Hey, dieser Autor hat einen Film gemacht, der als großer Film funktionierte, ohne die vorherrschende, einzigartig britische Sensibilität zu verlieren!" (Ich bin als großer "Monty Python"-Fan aufgewachsen, einer dieser Kerle, die mit Zitaten aus "Ritter der Kokosnuss" ihre Freunde zur Weißglut bringen, außer natürlich denjenigen, mit denen ich Python zitierte).

Also machte Jay mich ausfindig. Als mein Agent mich fragte, ob ich jemals von "Per Anhalter durch die Galaxis" gehört hätte, sagte ich "ja, hab ich gehört."

Aber bringen wir den großen Schrecken gleich hinter uns. Ich hatte nie ein Buch von Douglas Adams gelesen, bevor ich diesen Auftrag bekam. Nun, einige von euch sind jetzt möglicherweise gerade in Ohnmacht gefallen, nachdem sie laut aufgeschrieen haben:

"Was??? Blasphemie!"

Aber ich denke, das verschaffte mir einen großen Vorteil beim Herangehen an den Stoff. Ich hatte keinerlei Gefühle für oder gegen den Stoff. Als man mir einen Entwurf des Drehbuchs zuschickte (Douglas' letzten Entwurf), konnte ich es als das lesen, was es war, nämlich ein Entwurf, für einen Film. Und ohne jegliches Wissen über den Babelfisch, die Sinn-des-Lebens-Frage und die Vogonen, konnte ich mir eine Meinung darüber bilden, was als Drehbuch funktionieren würde und woran man noch arbeiten musste.

Ihr solltet wissen, meine erste Reaktion - wirklich die erste Reaktion, nachdem ich das Drehbuch hingelegt hatte - war: "Ich kann das nicht schreiben, dieser Mann ist ein Genie, ich bin keines."

Ich dachte: "Es ist mir unmöglich Worte zu schreiben, die sich nahtlos an die von diesem Mann anschmiegen." Es war mein "Ich bin nicht würdig"-Moment. Ich meine, dieser Mann schrieb:

"Fliegen ist einfach,
wirf dich einfach auf den Boden
und triff daneben!"

Ich bin nicht sicher, ob ich jemals derartige Zeilen schreiben könnte.

Aber ich wollte Jay Roach treffen. Ich nutzte das Treffen, um das Drehbuch zu besprechen und dachte: "Vielleicht fordert er mich ja auf, 'Meet the Fockers' zu schreiben." Ich zeigte Jay einige meiner Ideen auf, einige strukturelle und thematische Bedenken und - zu meiner Überraschung - stimmte er mir in den meisten Punkten zu.

Und als ich ihm von meinem "Ich bin nicht würdig"-Moment erzählte, sagte er: "Ich denke, Sie sind perfekt dafür und diese Einstellung wird Ihnen möglicherweise helfen." Und je mehr wir über das Projekt redeten, desto mehr stieg mein Interesse. Ich meine, wie kann man nicht aufgeregt sein, wenn man über Poesie wie Folter und Nuklearraketen, die sich in Pottwale und Petunien verwandeln, spricht. Aufträge wie dieser kommen nicht alle Tage. Eigentlich tauchen die nie einfach so auf.

Nachdem ich also meine Ideen an die Verantwortlichen von Disney und Spyglass und an Robbie, der für Douglas' Nachlass dabei war, weitergeleitet hatte, bekam ich den Job und fing im September 2002 an, zu schreiben.

Was gibt Dir das Recht, zu entscheiden, was bleibt und was rausfliegt, Du formelhafter, Hennen schreibender Bast***?

Hey, halten wir das Ganze hier bitte sauber, meine Mutter könnte es lesen.

Bedenkt, dass ich mit Douglas' letztem Entwurf anfing. Ich hatte also nicht nur die Ideen und Konzepte, die er speziell für den Film erfunden hatte (brillante Ideen, nebenbei erwähnt), sondern auch einige Hinweise darauf, welche Dinge er rausnehmen würde (und in einigen Fällen entschied ich, dass er zu streng mit sich gewesen war und nahm es wieder hinein).

Um mich mit der Materie vertraut zu machen, dachte ich, wäre es am besten, in chronologischer Weise vorzugehen. Es begann als Radiostück. Also ließ ich mir alle Folgen auf CD schicken. Ich hörte sie mir im Auto an, und war in diesen wonnevollen 15 bis 20 Stunden wunderbar abgelenkt von dem überfüllten Verkehr in Los Angeles.

Das erste, was natürlich zu hören war, war Einleitung zur Geschichte "Das Restaurant am Ende des Universums", die so begann: "Was bisher geschah...". Sie fasst die Ereignisse aus dem ersten Buchs - "Per Anhalter durch die Galaxis" - einfach zusammen, und mir wurde klar, dass dies das ist, was das Filmskript brauchte.

Diese Zusammenfassung drückte einige Ideen und Themen etwas klarer aus als das Drehbuch. Und plötzlich leuchtete mir ein, woran es dem Skript fehlte und ich hatte ein wenig Hoffnung, dass ich in der Lage sein könnte, die fehlenden Teile einzusetzen.

Als nächstes las ich das Buch, mit Kugelschreiber und Highlighter in der Hand, um Passagen zu unterstreichen, die herausgeflogen waren und die ich versuchen wollte, wieder hinein zu bekommen.

Ich machte Notizen über Charaktere und Themen, die im Buch präsent waren, aber im Drehbuch nicht wirklich funktionierten. Ich wollte mir die Fernsehserie ansehen, aber Jay riet mir davon ab, damit ich die Bilder nicht in meinen Kopf kriege. Die Idee war, etwas zu erschaffen, nicht wieder zu erschaffen (und ich glaube nicht, dass wir die Rechte haben, um etwa neues zu der Fernsehserie zu erfinden, also sah ich sie mir nie an. Hören Sie das, BBC? ICH HABE NIE DIE FERNSEHSERIE GESEHEN!). Ich kaufte mir aber ein Buch, in dem die Texte der Radiosendungen waren. Als ich anfing zu schreiben, hatte ich den Roman auf der einen Seite meines G4-Laptops liegen und die Radio-Texte auf der anderen. Sie sind jetzt beide viel benutzt.

Man gab mir noch eine weitere unbezahlbare Quelle. Robbie Stamp, der zu einem integralen Bestandteil des Schreibprozesses wurde, weil er die "Was hätte Douglas gewollt?"-Fragen beantworten konnte, gab mir Kopien von Dateien von Douglas' Festplatte. Notizen zu seinen Entwürfen, Notizen von ihm an das Studio, willkürliche Ideen und Teile von Dialogen. Das war sehr aufregend. Ich fühlte mich wie Moses vorm brennenden Busch, als ich diese Dateien öffnete. Sie gaben mir auch einen Einblick in seinen Arbeitsprozess. Da waren unfertige Szenen, Hintergrundinformationen zu den Charakteren, persönliche Notizen über Punkte, bei denen er sich unsicher war. Ich las Douglas' unbearbeitete Zeilen und versuchte, so viele wie möglich in das Drehbuch zu bekommen.

Mein Ziel beim Schreiben war, wie ein Cutter [Schnittmeister] bei einem Film vorzugehen. Wenn ein Cutter seinen Job gut gemacht hat, merkt man seine Arbeit nicht. Das war hier mein Ziel. Ich dachte, wenn Leute das Drehbuch lesen würde - besonders Leute, die Douglas kannten - und keinen Unterschied erkennen würden zwischen dem, was ich geschrieben hatte und was Douglas geschrieben hatte, dann würde es richtig machen. Ich versuchte nie, meine persönliche Note zu hinterlassen (was auch immer das ist).

Ich begann, auch seine anderen Dinge zu lesen, las Biographien, sah Dokumentationen (die mir netterweise Joel Greengrass zukommen ließ) und ich verspürte eine eigenartige Verbindung zu diesem Mann, den ich nie getroffen habe.

Da waren einige Ähnlichkeiten zwischen uns. Die gemeinsame Liebe für Macs, Möchtegern-Rock-Gitarristen, Weltklasse-Zauderer, Aufschieben wichtiger Schreibarbeiten, Liebe zur Satire, der Glaube, dass nichts so heilig ist, dass man nicht darüber lachen kann - um nur ein paar zu nennen.

Der größte Unterschied ist, dass Douglas ein großer Denker war und ich stärker bei der Struktur bin. Das war eine glückliche Sache, denn viele seiner Konzepte waren ja bereits da, brauchten nur eine festere Struktur, in der sie blühen und gedeihen konnten.

Also... Was genau hast du hinzugefügt? Viel wichtiger, was war würdig genug, um drin zu bleiben?

Das ist eine schwierige Frage, weil es darauf ankommt, ob man das endgültige Drehbuch mit dem Roman oder mit dem Drehbuchentwurf von Douglas vergleicht. Wenn man es zum Drehbuch vergleicht, dann habe ich nur sehr wenig hinzugefügt. Etwas, das ich an Douglas bewundere, war seine Bereitschaft, "Per Anhalter durch die Galaxis" am Leben zu erhalten:

Während ich die verschiedenen Entwürfe las und mich mit der Geschichte vertraut machte, sah ich, dass die meisten verschiedenen Auflagen sich gegenseitig widersprachen. Douglas fehlte erfrischenderweise eine gewisse Treue zu sich selbst. Da "Per Anhalter durch die Galaxis" ohnehin einem ständigen Wandlungsprozess durch seinen Schöpfer ausgesetzt war, fühlte ich eine gewisse Freiheit dabei, diese Fackel weiter zu tragen, mit den neuen Konzepten, Charakteren und Inhalten, die Douglas bereits geschrieben hatte. Natürlich gab es Lücken zu füllen, ein wenig neues Material und Dialog wurde benötigt. Aber ich ging immer zum Quellmaterial, um die richtige Stimme und den richtigen Ton zu finden.

War es eine schwierige Adaption?

Es gibt ein berühmtes Zitat von Douglas über Deadlines und wie er das Geräusch mochte, das sie machten, wenn sie an einem vorbei rauschten. Eines meiner liebsten Zitate über das Schreiben ist:

"Ich hasse das Schreiben. Ich liebe es, etwas geschrieben zu haben."

Das scheint mein Mantra zu sein und ich habe so ziemlich jeden Entwurf, den ich jemals geschrieben habe gehasst und verflucht, vor allem weil das Schreiben so ein einsamer und herunterzerrender Prozess ist (mit der Ausnahme von "Hennen Rennen", dabei hatte ich eine Menge Spaß). Und viele Leute haben zu mir gesagt: "Wow, 'Anhalter' zu adaptieren muss schwierig gewesen sein." Aber ich kann ehrlich sagen, dass ich an keinem Skript mehr Freude gehabt habe.

Und das liegt daran, dass ich so wundervolles Quellenmaterial hatte (und Mitarbeiter). Wann immer ich auch nur ein bisschen hing, nahm ich eines dieser Bücher in die Hand und fand, wonach ich suchte, oder fand die Inspiration für etwas Neues. Ich hatte Freude beim Schreiben dieses Films, ich bin froh, ihn geschrieben zu haben und ich habe noch immer Freude bei dem, was ich noch schreibe. Ich habe meinen ersten Entwurf kurz vor Weihnachten 2002 fertig gestellt. Er war 152 Seiten lang.

152 Seiten!? Wie ging es weiter?

Ich habe im Studio den Dummen gespielt. "Was? Sie denken, das ist lang? Verglichen mit 'Der Herr der Ringe' ist das ein Kurzfilm." Sie gingen nicht darauf ein. Also begann ich den schmerzhaften Prozess des Kürzens. Und ich wollte nichts kürzen. Wusste nicht, wo ich kürzen sollte.

Das Buch war voll von Intelligenz und das wollte ich beibehalten. Douglas war ein großer Satiriker, weil er die Dinge, über die er eine Satire machte, so genau verstand. In einem Interview hat er einmal gesagt, wenn zu seiner Schulzeit Computerwissenschaften unterrichtet worden wären, hätte er möglicherweise eine Karriere daraus gemacht. Er hätte auch Physiker werden können. Er kannte sich sehr gut aus mit dem Thema. Also war es für mich wichtig, dass diese Intelligenz das Zentrum des Films bleiben müsste.

Das liebe ich so an Monty Pythons "Das Leben des Brian". Der Film ist nur eine Haaresbreite entfernt von echter Theologie. Also war mein Ziel, etwas zu erschaffen, das Schwung und Erzählstruktur bot, eine emotionale Story, die dem Publikum etwas bedeutet, und all das in diese intellektuelle, respektlose, satirische Welt zu packen. Und wieder ging ich zurück zu Douglas' Entwürfen, die viel kürzer waren als meiner. Er kürzte viel gnadenloser als ich, also dachte ich, ich hätte da ein bisschen Spielraum.

Ich nahm hauptsächlich Reiseführer-Einträge heraus, mit der Versicherung, dass sie dann irgendwann auf einer DVD erscheinen würden. Und diese Einträge sind ohnehin sehr flexibel, so dass endgültige Entscheidungen auch noch nach Drehschluss getroffen werden können.

Was hast du gemacht, als du erfahren hast, dass Jay Roach nicht Regie führen würde und wer zum Teufel sind Hammer & Tongs [zu Deutsch: Hammer & Zange]?

Ich will ehrlich sein. Einer der Hauptgründe für mich, dieses Projekt anzunehmen, war die Möglichkeit mit Jay zu arbeiten. Gemeinsame Freunde hatten mir gesagt, dass wir beide ähnliches Temperament hätten und dass wir gut zusammenpassen würden. Und sie hatten Recht. Jay war für mich ein unschätzbar wichtiger Mitarbeiter. Er hat eine Menge Zeit in die Arbeit gesteckt und das Drehbuch wäre ohne in nicht so gut.

Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht verärgert war, als ich erfuhr, dass er nicht der Meinung war, dass dies das beste nächste Projekt für ihn sei.

Aber in der Folge begann eine interessante Zeit, als verschiedene Namen in der Luft hingen (und wir sprechen hier von Weltklasse-Regisseuren). Und die häufigste Antwort war in etwa: "Nein danke, ich will nicht bekannt werden als derjenige, der den 'Anhalter' verhaut hat." Und ein Teil von mir verstand das, aber ein anderer Teil sagte: "Oh mein Gott, heißt das, dass ich bekannt werde als der jenige, der 'Anhalter' verhaut hat?"

Aber Jay gab das Drehbuch weiter an Spike Jonze, und Spike sagte, er könne es nicht machen, aber er kenne genau die richtigen Kerle dafür. Und so schickte er uns Hammer & Tongs. Und als ich erfuhr, dass ich mich mit besagtem Hammer und besagter Zange unterhalten sollte, fragte ich das, was jeder zu fragen scheint: "Wer sind die und was haben sie gemacht?"

Nun, ich muss wohl nicht darauf hinweisen, dass es nicht wirklich beruhigend war, zu hören, dass sie noch zuvor einen Film gemacht hatten. Und ich hatte nicht die Gelegenheit, mir ihre Werbe- und Musikfilme vor dem Gespräch anzusehen (weil mein DVD-Player keine englischen Region-2-DVDs spielt, aber ich weiche vom Thema ab), aber als ich hörte, dass die beiden erst mit dem Autor sprechen wollten, bevor sie mit irgend jemandem anderen sprechen würden, dachte ich: "Na ja, sie sind entweder sehr cool oder sehr naiv. Wissen die nicht, dass Drehbuchautoren in diesem Geschäft niemand sind?"

Über meine Erfahrung mit Hammer & Tongs möchte ich nur sagen, dass ich seit Nick Park und Peter Lord von Aardman mit niemand kreativerem gearbeitet habe. Jedes Gespräch mit einem der beiden hat das Drehbuch in irgendeiner Form verbessert.

Rückblickend scheint es so, als hätte es so sein sollen.

Ich kann mir den Film jetzt mit niemand anderem vorstellen. Ich dachte, dass mich bei "Anhalter" nichts mehr inspirieren könnte, als das Quellmaterial, aber ich bin froh, sagen zu können, dass ich falsch lag.

Im Mai 2003 kamen Nick Goldsmith und Garth Jennings an Bord. Ich flog mit Derek Evans nach London zu intensiven Gesprächen in ihrem Büro, welches ein umgebautes Boot auf einem Fluss in Islington ist. Sie hatten "einige Ideen" für den dritten Entwurf und ich gebe zu, dass ich anfangs ein bisschen unaufgeschlossen und abwesend war. Es ist immer ein wenig seltsam, wenn die Regisseure dazukommen, besonders welche aus der Werbe- und Musikvideobranche. Aber ihre Ideen waren inspirierend und zeigten, dass sie nicht nur unglaublich visuelle Denker waren, sondern auch einen starken Sinn für Erzählstruktur hatten. Ich verließ London mit dem Gefühl, dass das Drehbuch sich verbessern würde und der Film in guten Händen war.

Jedoch muss ich zugeben, dass ich bis heute nicht weißt, welcher von ihnen Hammer und welcher Zange ist.

Hör auf, so vage zu sein! Gib uns Details, verdammt noch einmal! Was ist in dem Film und was nicht?

Tut mir leid, ich bleibe vage. Ich will aus dem hier wirklich nicht einen Kampf machen zwischen "dem, was Karey getan hat" und "dem, was Douglas getan hat."

Wie Douglas selbst zugibt, ist "Per Anhalter durch die Galaxis" eine Geschichte mit einem langen Anfang und einem Schluss. Da ist nicht viel in der Mitte. Und Filme brauchen auch Mitte. Somit kommt das meiste neue Material in der Mitte. Vieles davon hat bereits Douglas erfunden. Ich nahm, das was er schon geschaffen hatte und erweiterte, verbreiterte und verband es (eigentlich wie ein Wonderbra - und das ist nicht das erste Mal, dass ich mit diesem Wunderding verglichen werde).

Es gibt mehr von der Arthus/Trillian-Beziehung und von der Arthur/Trillian/Zaphod-Dreiecksbeziehung.

Douglas wusste genau wie ich, dass ein Film, der von den Studios beachtet und auf der ganzen Welt gezeigt werden soll, sich auf Charaktere, Beziehungen und Emotionen konzentrieren muss. Der Punkt ist, dies zu tun und trotzdem den Geist des Buchs zu behalten und ich hoffe, das haben wir getan.

Es ist okay, wenn da ein bisschen eine Liebesgeschichte vorkommt, sie darf nur nicht sentimental und doof sein. Aber ich glaube, die Leute (und besonders eingefleischte "Per Anhalter durch die Galaxis"-Fans) werden erfreut feststellen, dass es im Grunde dieselbe Geschichte ist wie das Hörspiel, das Buch und die Fernsehserie, mit all den bekannten und geliebten Szenen, Charakteren und Konzepten: Arthur, Trillian, Ford, Zaphod, Marvin, Eddie, Vogonen, Slartibartfast, Deep Thought, Lunkwill & Fook, die Mäuse, Wale, Petunien, Delphine, 42, sogar Gag Halfrunt. Alle sind sie da.

Denkst du, dass du ein verdammter Glückspilz bist?

Ja. Definitiv. Dies war ein einzigartiger Auftrag für mich, weil es mehr wurde als nur ein Job. Eigentlich sind alle mehr als nur ein Job, denn wie man so schön sagt: "Schreiben ist einfach, man öffnet einfach eine Vene und lässt es aufs Papier rinnen."

Ich habe immer das Gefühl, dass ich das tue (ja, sogar bei "Liebling, jetzt haben wir uns selbst geschrumpft" - vielleicht nur eine kleine Vene, aber immer noch eine Vene).

Aber dieser hier war anders. Dieser wurde für mich zu einer Suche, einem Streben: ein Streben, der Erinnerung von Douglas Adams gerecht zu werden. Und das wurde zur Einstellung eines jeden einzelnen, der zu diesem Projekt hinzugestoßen ist (außer den Buchhaltern, die sagen, sie wollen der Erinnerung der Buchhalter von Douglas Adams gerecht werden - aber was solls, jedem das Seine).

Ich hatte noch nie zuvor mit einem Projekt zu tun, bei dem jeder eine höhere Sache als Ziel hat, was großartig ist, weil es unsere Egos zurückhält. Jedes Erfolgserlebnis bei der Produktion dieses Films (einen Regisseur finden, grünes Licht bekommen, die Rollen besetzen usw.) wird zu einer zweischneidigen Erfahrung, denn wir sind glücklich zu sehen wie Douglas' lebenslanger Traum zur Wirklichkeit wird, aber gleichzeitig traurig, weil er selbst nicht dabei sein kann, um sich mit uns zu freuen.

Bevor wir unseren dritten Entwurf an das Studio weitergaben, brachten Garth, Nick und ich das Drehbuch zu Douglas' Frau Jane und statteten ihr einen Besuch in ihrem Haus ab (welches nur fünf Minuten von dem Boot von Hammer & Tongs entfernt liegt) und unterhielten uns mit ihr und tranken - natürlich - Tee (das war schließlich in England und wenn dort zwei oder mehr Leute sich treffen ist es nationales Gesetz, dass Tee serviert werden muss. Ich komme aus Louisiana und wir haben ähnliche Gesetze, die mit Dr. Pepper und Cheetos zu tun haben). Wir waren so erleichtert und erfreut zu hören, dass ihr das Drehbuch sehr gut gefiel. Sie gab uns ihre Ideen dazu und - noch viel wichtiger - ihren Segen.

Ich denke, die Fans werden erfreut sein und ich bin sicher, dass wir im Sommer 2005 neue Fans schaffen werden.

Was ist deine Lieblingsstelle im Buch?

Schwierige Frage. Es gibt so viele großartige Stellen. Wie kam der Kerl nur auf diese Zeilen?

Viele meiner Lieblingsstellen aus dem Buch sind die Kommentare, sowas wie [über die Osterinseln]: "Auf galaktisch heißt Oster klein, flach und hellbraun" oder die Passage über die Huluvus, also "die superintelligenten Schatten von blauer Färbung". Wie kam er nur auf diesen Kram? Wie aufregend! Ich lese diese Zeilen und erstarre vor Ehrfurcht.

Ein Großteil meiner Lieblingsdialoge sind die Beschreibungen des Reiseführers. Ich liebe die Passage über Vogonische Poesie und die Asgothen von Kria. Und wie, während dem Vortrag eines Gedichts von Grunthos dem Aufgeblasenen, vier Leute im Publikum sterben und der Präsident des Mittelgalaktischen Kunstklau-Beirats überlebt, weil er sich sein eigenes Bein abnagt.

Das lässt mich jedes Mal durchdrehen (und derzeit ist es auch noch im Film drinnen). Ich liebe auch den Babelfisch-Eintrag und wie er die Nichtexistenz Gottes beweist und ich liebe all die Oolon-Colluphid-Titel. Weitestgehend ist es Douglas' subtile Wortwahl, die ich liebe. Er ist ein Wortschmied. Es gibt eine Zeile (und ich, denke sie ist im "Restaurant am Ende des Universums"), die von jemanden erzählt, der "von einem Okapi zu Tode geknabbert" wird. Das lässt mich auch immer durchdrehen. Zuerst ist da das Wort "knabbern" und dann auch noch die Tatsache, dass es ein Okapi ist. [Wer von unseren Lesern hier nicht weiß, was ein Okapi ist, der finde Antwort in der Wikipedia.]

In einem Eintrag des Reiseführers "Per Anhalter durch die Galaxis" gibt es eine Passage über die Vl'hurgs und ihrem Befehlshaber "prächtig anzuschauen in seinen mit schwarzen Edelsteinen besetzten Kampfshorts".

Kampfshorts mit schwarzen Edelsteinen? Wer denkt sich denn so etwas aus? Ich liebe es!

Was war das Schwierigste bei der Drehbucharbeit?

Eines Tages bat mich das Studio, das "Konzept des unendlichen Unwahrscheinlichkeitsantriebs zu erklären". So, als ob es sich um etwas handelte, das tatsächlich existierte und dementsprechend auch einer Erklärung bedurfte.

Es kam noch schlimmer: Ich versuchte es zu erklären, musste aber schon bald feststellen, wie wenig ich über die Gesetze der Wahrscheinlichkeit wusste. Letztlich saßen Garth, Nick und ich einen ganzen Tag am Pool des Four-Seasons-Hotels in Losa Angeles. Dort diskutierten wir über den unendlichen Unwahrscheinlichkeitsantrieb sowie darüber, wie er mehr Sinn ergeben könnte und wie wir ihn noch besser als vorantreibendes Handlungsmittel benutzen könnten. Das war schwierig, denn ich hatte immer angenommen, der UUT sei im Grunde eine Plot-Konstruierungs-Maschine.

Autoren haben mit konstruierten Plots immer so ihre Mühe - das alte "Würde das wirklich passieren?"-Problem. Und ich dachte: Das ist noch so eine von Douglas' vielen brillianten Ideen. Etwas zu entwickeln, dass die Umwandlung einer endlichen Wahrscheinlichkeit in eine unendliche Unwahrscheinlichkeit erlaubt - alles auf Knopfdruck. Das ist eine Konstruierungs-Rechtfertigungs-Maschine.

Was war die verrückteste Nachricht, die du je bekommen hast?

Garth Jennings schickte mir einmal eine Nachricht, die lautete:

"Wenn Zaphod das erste Mal aus dem Tempel kommt und den Leuten entgegentritt, muss das Bananenalien auf dem Maultier den mehrköpfigen Groupie ersetzen."

Derartige Nachrichten kriegt man eben nicht alle Tage.

Du hast bewiesen, dass du für Hennen schreiben kannst, aber kannst du auch für echte Leute schreiben?

Wir werden sehen. Gott sei Dank gibt es in diesem Film nicht viele "echte Leute".

Sag uns ehrlich. Ist der Film in guten Händen?

Ja. In sehr guten Händen. Von oben bis unten. Alle waren sehr hilfsbereit. Von Nina Jacobson und Dick Cook für Disney über Roger Birnbaum, Jon Glickman, Derek Evans und all die Leute von Spyglass - über Jay Roach (Produzent), über Robbie, über die Regisseure bis zur Crew - alle sind einfach aufgeregt darüber, wie einzigartig und wunderbar dieser Film ist.

Dies ist einer der wenigen Filme, wo alle auf derselben Seite zu sein scheinen. Sogar die Agenten. Von Douglas' Agent in London, Ed Victor, bis zu seinem Agenten in L.A., Bob Bookman, die diesen Film durch alle Stadien gehen sehen konnten. Ich habe Ed kürzlich auf einer Party gesehen und er sagte zu mir ein paar Worte, die mich seither auf Trab halten: "Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen!" Ich konnte die Erleichterung in seinen Augen sehen, weil Leute wie er eine lange, lange Zeit gewartet hatten, um dieses Projekt endlich Früchte tragen zu sehen.

Als ich anfing, wusste ich nur wenig über dieses gänzlich bemerkenswerte Buch, bin aber zu einem großen Fan geworden. In meinen Träumen sind alle glücklich über den Film. Ich weiß, dass das nicht möglich ist, aber ich habe Vertrauen in die Arbeit, die wir alle leisten. Und ich denke, Douglas wäre zufrieden.

Wenn nicht, könnte ich bitte von einem Okapi zu Tode geknabbert werden?

Dieses Interview wurde auf der offiziellen Webseite zum Film erstveröffentlicht. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Johannes Sawerthal.

 
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